Anna in Utah

Meine ersten zwei Monate als Au Pair

Hallo zusammen. Ich bin Anna, 20 Jahre, und lebe seit 2 Monaten als Au Pair in Utah. Meine Gastfamilie wohnt in Sandy, einem Vorort von Salt Lake City. Die Umgebung ist unbeschreiblich. Ich habe noch nie solche Berge gesehen. Nicht einmal zu vergleichen mit den Alpen.

Gemeinsamkeiten mit der Gastfamilie

Glücklicherweise habe ich eine Familie gefunden, die Outdoor-Aktivitäten, wie wandern, campen und Ski fahren genauso liebt wie ich, denn dafür ist Utah perfekt. Und wir haben nicht nur die Berge - einige der beeindruckendsten Nationalparks der Vereinigten Staaten sind ganz in der Nähe.
Einer der Hauptgründe, warum ich als Au Pair nach Amerika kommen wollte, ist, dass ich so viel vom Land und den Unterschieden der Bundesstaaten sehen wollte, wie nur möglich. Dafür liegt Utah super. Es ist fast “mittig” und ich kann einige interessante Gegenden wie Kalifornien oder Las Vegas per Auto erreichen und selbst Orte, zu denen man fliegen muss, sind nicht zu weit entfernt.

Und abgesehen davon, dass ich selbst gerne reise, unternimmt auch meine Gastfamilie viele Trips. In den ersten beiden Monaten habe ich die Berge von Utah kennengelernt, bin durch Nevada zum Yosemite Nationalpark in Kalifornien gefahren und habe einen 14-stündigen Road Trip durch Idaho und Oregon gemacht, um dann 4 Tage in Seattle (Washington) mit meiner Gastfamilie und deren Verwandtschaft so richtig amerikanisch Thanksgiving zu feiern. Das war einfach unglaublich!


Nägel lackieren mit den Twins – und Fußball zocken auf der Wii

Die Vormittage in meiner Gastfamilie verbringe ich allein und kann mich somit meinen Aufgaben im Haushalt widmen. Die Zwillinge, Eliana und Thea, sind 5 Jahre alt und gehen seit diesem Jahr in die Vorschule. Die beiden sind sehr aktiv und wir haben jede Menge Spaß zusammen. Sie lieben es raus zu gehen, zu schwimmen, einzukaufen, auf dem Spielplatz rumzutoben, in die Bibliothek zu gehen, etc. Aber wir haben auch im Haus genug zu tun. Langeweile kommt kaum auf. Wir spielen etwas, basteln, malen, lesen oder machen “Mädchensachen” wie Nägel lackieren oder so.

Calvin ist 8, geht in die dritte Klasse und ist ein richtiger Junge. Manchmal ist es schwierig ihn für Aktivitäten zu begeistern, weil er denkt, ich bin ein Mädchen und kann keine „Jungssachen“ machen. Aber glücklicherweise habe ich einen älteren Bruder und bin durchaus in der Lage, Fußball auf der Wii oder Lego zu spielen. Ich denke mit der Zeit, wenn wir uns besser kennengelernt haben, finden wir mehr Dinge die uns verbinden und bei denen wir beide Spaß haben können. In solchen Momenten erinnere mich an das Online Vorbereitungsseminar. Es liefert gute Tipps für Aktivitäten mit den unterschiedlichsten Altersgruppen. Ich finde mich sehr häufig in Situationen wieder, die dort beschrieben worden sind und ich bin sehr dankbar für die Tipps, die ich erhalten habe.

Emily, meine Au Pair Programmbetreuerin

Ich war anfangs das einzige Au Pair, das hier in der Gegend platziert war und da ich auch noch nicht mit der Uni anfangen konnte, war es am Anfang ziemlich schwer für mich, Leute ausserhalb der Gastfamilie kennenzulernen. Ich hatte natürlich auch meine Au Pair Meetings, aber die bestanden nur aus meiner Koordinatorin Emily und mir. Wir haben jede Menge Spaß zusammen und das Positive ist, dass sie sich natürlich ganz auf mich konzentrieren konnte, weil sie kein anderes Au Pair zu betreuen hatte.

Zu unserem ersten Treffen sind wir in ein amerikanisches Gruselkabinett gegangen, davon gibt’s hier im Oktober (Halloween!) unzählige. Dann hat sie mir mal ein richtig amerikanisches Western Restaurant gezeigt und wir waren auf einer Tanzaufführung. Mittlerweile habe ich viele Jugendliche und auch andere Au Pairs aus der Nachbarschaft kennengelernt und es ist wirklich wichtig, sich einen eigenen Freundeskreis aufzubauen.

Bisher eine super Erfahrung

Das Au Pair Leben ist aufregend. Ich bin absolut glücklich und zufrieden. Man lebt mit einer anderen Familie, lernt neue Kulturen kennen, sieht unglaublich viele unterschiedliche, neue, interessante Orte und es ist häufig komplett anders als das Leben in Deutschland. Und doch ist es nicht immer einfach. Gerade, dass alles neu und anders ist, macht es manchmal sehr schwer. Nicht zu vergessen, dass man einiges hinter sich lassen muss.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich nie im Detail darüber nachgedacht habe, was es bedeutet, Au Pair zu sein - Mit einer anderen Familie leben, auf die Kinder aufpassen, ein neues Land kennenlernen und Spaß haben, natürlich. Aber es ist nicht einfach, Teil einer bestehenden Familie zu werden und von den Kindern in gleicher Weise Respekt zu erhalten, den die Eltern haben. Man ist nicht nur dafür da, um mit den Kindern zu spielen, sondern man muss auch aufpassen, dass sie ihre Hausaufgaben und Aufgaben im Haus erledigen.

Ich habe früher als Betreuer im Ferienlager gearbeitet und ich hatte niemals Probleme, den nötigen Respekt oder die Aufmerksamkeit der Kinder zu erlangen. Aber Ferienlager ist immer nur eine Woche und die Eltern sind nicht in der Nähe. Die Situation hier ist anders und neu für alle, nicht nur für mich. Das Leben Aller verändert sich. Man muss lernen, die eigenen Interessen hinter die der Kinder zu stellen, denn diese sind für ein Jahr die Wichtigsten. Und doch gab es in den letzten zwei Monaten nicht einen Tag, an dem ich es bereut habe, nach Amerika gekommen zu sein.